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Fr. 09.02. ::: Jan Wagner – Über Lyrik

Dezember 16th, 2017  |  Published in Aktuelles, Allgemein

Jan Wagner, 1971 in Hamburg geboren, lebt in Berlin. 2001 erschien sein erster Gedichtband Probebohrung im Himmel. Es folgten Guerickes Sperling (2004), Achtzehn Pasteten (2007), Australien (2010), Die Eulenhasser in den Hallenhäusern (2012) und zuletzt der Sammelband Selbstporträt mit Bienenschwarm (2016). Zudem ist er Mitherausgeber der Minnesang-Anthologie Unmögliche Liebe (Die Kunst des Minnesangs in neuen Übertragungen, 2017). Für seine Lyrik wurde Jan Wagner vielfach ausgezeichnet. Mit seinem Gedichtband Regentonnenvariationen (2014) gewann er 2015 den Preis der Leipziger Buchmesse, außerdem wurde er 2017 mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.

In seinem neuen Gedichtband »Regentonnenvariationen« vermisst Jan Wagner poetisch die Welt – von Schlehen im Frost bis zu Eseln in Sizilien.

Der Garten, in dem die Regentonne steht, ist phantastisch weit, reich und offen – eine Welt. In diesem Lyrikband geht es in die Natur mit all ihren kunstvollen Variationen des Lebens. Jan Wagner lässt den Giersch schäumen, dass einem weiß vor Augen wird, nimmt Weidenkätzchen und Würgefeige, Morchel und Melde, Eule, Olm und Otter ins poetische Visier, zoomt ran, überblendet assoziativ, bis der Blick sich weitet und man weiß, für einen Augenblick zum Wesen der Dinge vorgedrungen zu sein. Es ist immer wieder ein Wunder, wie es diesem Lyriker gelingt, Bilder zu schaffen, die in einem Halbvers Stimmungen heraufbeschwören – bis längst Vergessenes oder nie Gesehenes vor Augen steht.

Auszug aus der Laudatio zur Verleihung des Georg-Büchner-Preise an Jan Wagner (von Aios Fioretos)

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr verehrte Autoritäten,
lieber Jan,

DER DICHTER, DEN wir heute feiern, ist kein Traditionalist, der sich dem Kulturerbe zuwendet, um insgeheim seine Gelehrsamkeit zu spiegeln. Gleichwohl scheint sein Appetit auf intrikate Versmaße, auf Gestalten, die von der Geschichtsschreibung verdrängt oder vergessen wurden, und auf weiteres umwälzendes Detailwissen nahezu unersättlich zu sein. Er ist weder pastoral noch apokalyptisch gesinnt. Dennoch hegt er ein ebenso unbeirrbares wie liebevolles Interesse für die Pracht und Fallen der Natur – für Flieder, Melde und Giersch, für den Koala, die Biene und den Pitbull. Und nein, bei diesem Dichter ist die Dichtung weder ein frei fließender Prozess noch ein strenges metrisches Korsett. Dennoch hat er das Gespür des Anatoms für die Sehnen und Gewebe der Sprache (und für die Haut und deren Verstecke). Kurzum: Als Lyriker ist Jan Wagner fast zu viel des Guten. Einen wie ihn sollte es nicht geben. Aber es gibt ihn…
Ganzer Text hier: https://www.deutscheakademie.de/de/auszeichnungen/georg-buechner-preis/jan-wagner/laudatio

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Termin: 09.02.2018
Ort: Buchhandlung
Eintritt: 15€ / 10€
Reservierung: In der Buchhandlung oder unter 0228 352191.

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