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Friedrich Ani – Der Namenlose Tag

August 21st, 2015  |  Published in Allgemein, Buchtipp

Friedrich Ani ist ein bekannter deutscher Krimiautor, mit zahlreichen Preise ausgezeichnet, doch „Der Namenlose Tag“ ist das erste Buch, das ich von ihm in die Finger kriege. Entsprechend gespannt bin ich auch, als ich mit der Geschichte um den neuen Ermittler Jakob Franck beginne. Auf dem ausdrucksstarken Cover vom Suhrkamp Verlag steht Roman, nicht etwas Kriminalroman oder Thriller. Dies hat seinen guten Grund, denn „Der namenlose Tag“ folgt zwar dem klassischen „whodunit“-Schema, allerdings fehlt die Geschwindigkeit, was mich begeistert.

Aber eins nach dem anderen – also Jakob Franck ist ein ehemaliger Polizist aus Leidenschaft, der auch im Ruhestand noch Fällen nachgeht. Vielleicht könnte man sagen die Polizeiarbeit ist sein einziger Lebensinhalt, nachdem seine Ehe vor einiger Zeit zerbrach. Außerdem gilt er unter Kollegen unausgesprochen als zuverlässiger Überbringer von Todesnachrichten an die Angehörigen, die meisten seiner Kollegen versuchen diese Tätigkeit zu vermeiden. Man könnte sagen Jakob Franck ist ein guter Ermittler, denn er besitzt Empathie und psychologische Raffinesse – er selbst bezeichnet seine Methode als „Gedankenfühligkeit“.

Auch der Fall, in den er sich verbeißt ist soweit nicht ungewöhnlich: Ein junges Mädchen hat Selbstmord begangen, sich aufgehängt. Einige Jahre später hat sich auch die Mutter des Mädchens umgebracht. Doch der Vater glaubt an ein Verbrechen und tatsächlich weißt der Fall Ungereimtheiten auf.

Der Plot könnte auch aus einem beliebigen Fernseh-Tatort stammen, wenn da nicht diese starke Friedrich Ani-Sound wäre. Es handelt sich nämlich eigentlich nicht um einen Spannungsroman, sondern um eine Meditation über den Tod. Der Autor entzieht seinem Text ganz bewußt Geschwindkeit und Action zugunsten von poetischen Betrachtungen über den Tot. Manchmal legt er dies seinen Figuren in den Mund, manchmal stellt sie der Erzähler selbst an. Diese neue Langsamkeit tut gut, der Leser verliert diese Getriebenheit, der wir ohnehin ständig ausgesetzt sind.

Spüren Sie die neue Entschleunigung in der Spannungsliteratur und lesen Sie Friedrich Ani – „Der Namenlose Tag“. (Felix Ter-Nedden)

 

 

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