Parkbuchhandlung

Mi 23.08. :::::: Gottesglaube zwischen Theodizee und Sternstunden

April 3rd, 2017  |  Published in Allgemein, Veranstaltung

»Wie kann Gott das zulassen?« – Diese Frage treibt die Menschen seit Epikur und dem Buch Hiob um und ist zentraler Bestandteil der jüdisch-christlichen Literatur. Als »Theodizeefrage« wurde sie 1710 durch den Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz bezeichnet. Seither gibt es verschiedene Antwortvarianten:

Leibniz arbeitet in rationalistischer Manier mit der Unterscheidung der Übel dieser Welt in metaphysische, physische und moralische Übel und schließt, dass wir zwar nicht in der best denkbaren, wohl aber in der bestmöglichen Welt leben.

Martin Luther und Philipp Melanchthon hingegen erklären jeden rationalistischen Antwortversuch für absurd, weil die menschliche Vernunft angesichts der Ungerechtigkeiten der Welt schlicht versage; sie setzen daher auf das Gebet und die zuversichtliche Hoffnung, dass Gott am Ende die Gerechtigkeit wieder herstellen werde.

Im 20. Jahrhundert hat die Theodizee durch die Shoa eine radikale Verschärfung erfahren, und zwar sowohl durch die jüdische Religionsphilosophie (Wiesel, Maybaum, Fackenheim) wie die christliche Theologie (Sölle, Moltmann).

Wird die Theodizeefrage heute gestellt, dann scheint sie wiederum mit der Suche nach einer rational-logischen Antwort verbunden zu sein. Auch wenn die meisten Menschen insgeheim wohl ahnen, dass sie auf diese Weise nicht zu beantworten sein wird.

Einen Schritt weiter kommen wir deshalb, wenn wir sie als emotionale Frage verstehen, als Sehnsuchtsfrage, als eine Frage des Ringens mit und um Gott, eingespannt zwischen das Dunkel dieser Welt und die Sternstunden erfahrener Gottesnähe in uns.

Cornelia Richter versteht die Theodizee deshalb als eine neuzeitliche Reformulierung der Klagepsalmen. Dieser Überlegung soll in Vortrag und Diskussion gemeinsam nachgedacht werden.

Prof. Dr. Cornelia Richter, Abt. für Systematische Theologie und Hermeneutik Evangelisch-Theologische Fakultät der Universität Bonn.

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Termin: Mittwoch, 23.08.2017 19.30 Uhr
Ort: Parkbuchhandlung
Eintritt:
Reservierung: In der Buchhandlung oder unter 0228 352191

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