Parkbuchhandlung

Projekt: Heitor Villa Lobos, 14.9., 19.30 Uhr

Juli 16th, 2012  |  Published in Allgemein, Veranstaltung

„Spät, eine Wolke rosig“: Musikprojekt mit 8 Violoncelli

Der Bad Godesberger Cellist Bernhard Zapp hat diesen Sommer ein ergeiziges Projekt initiiert: Die Bachianas Brasileiras Nr. 1 und 5  von Heitor Villa Lobos für 8 Celli und einer Singstimme aufzuführen.

Das erste Orientierungstreffen hat kürzlich stattgefunden und am 14. September, 19.30 Uhr wird das Projekt aufgeführt. Neben Bernahrd Zapp sind folgende Cellisten dabei: Marlene Siemes, Franz-Georg Kreuzer, Sophie Repschläger, Sue Schlotte, Felix Ter-Nedden und Fiete Wulff. Als besondere Attraktion für dieses Konzert, das die Parkbuchhandlung organisiert und das wegen der Vielzahl der Instrumente nicht in eigenen Räumen stattfinden kann, sondern in der Marienforster Kirche, ist die lyrische Sopranistin Christina Kühne, die in Köln lebt und dieses Projekt mit ihrer Stimme vollkommen macht. Karsten Gaul liest Gedichte von Pablo Neruda.
Ohne Übertreibung kann man sagen, daß Heitor Villa-Lobos die einzige klassische brasilianische Musik geschrieben und sie international berühmt gemacht hat. Der Komponist unternahm weite Reisen durch Südamerika und die Karibik, in deren Verlauf er ethnische Idiome aus erster Hand erhielt und übernahm. Den größten Teil der zwaniger Jahre verbrachte er in Paris. Als er 1930 zurückkehrte übernahm er in Rio de Janeiro die Verantwortung für die Musikpädagogik in seinem Land. Ab jetzt dominierten die Einflüsse der brasilianischen Folklore in seinen Werken.

Das wird besonders deutlich in den 9 Bachianas Brasileiras. Diese Stücke reichen vom Instrumentalsolo über kammermusikalische Formationen bis hin zu großen Orchesterbesetzungen. Das brasilianische Sprachelement wird mit den harmonisch kontrapunktischen Techniken verbunden, die Villa-Lobos aus der Barockzeit ableitet. Schon immer war der Komponist von Johann Sebastian Bach fasziniert, in dessen Schaffen er Analogien zur traditionellen Musik Brasiliens entdeckte. Dieser Zyklus war als ausdrückliche Hommage an Bach gedacht: fast jeder Satz trägt eine doppelte Überschrift, die einerseits den jeweiligen barocken Satztypus angibt, andererseits auf spezifische volkstümliche Stile Brasiliens hinweist. Die Bachianas Brasileiras Nr. 1 sind für Cello-Orchester geschrieben. So erweist Villa-Lobos zum einen den Bachschen Suiten für Violoncello seine Reverenz, während er zum anderen die tonale und textuale Spannweite seines Lieblingsinstrumentes ausnutzt. Die Bachianas Brasileiras Nr. 5 sind die bekanntesten Werke, zwei Sätze für 8 Celli und Sopran. Die Aria beginnt mit gitarrenartigen Pizzicati, der Sopran intoniert eine einschmeichelnde Melodie, die zunächst von den Celli unisono begleitet wird, bevor diese die Melodie übernehmen. Der Mittelteil ist dramatisch und bringt die Worte eines Gedichts von Ruth Valadares Correa. Die Danca auf einen Text von Manoel Bandeira soll die improvisierten Dichterwettkämpfe beschwören, die ehemals in Nordbrasilien üblich waren. Die Verbindung von Singstimme und Celli läßt eine schwirrende, schillernde Atmosphäre entstehen.

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