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Sarah Bakewell – Wie soll ich leben? Oder das Leben Montaignes in 20 Fragen und einer Antwort

Oktober 13th, 2012  |  Published in Allgemein, Sachbücher

Michel de Montaigne ist, wie die meisten von Ihnen wissen, einer der großen Klassiker der europäischen Literatur und Geistesgeschichte. Er hat mit seinen über Jahrzehnte aufgeschriebenen Reflexionen, Gedanken, Beobachtungen eine eigene literarische Gattung „die Essais“ geschaffen. Eine trockene Angelegenheit? Nein absolut nicht.

Seine Frage nach dem richtigen Leben betrifft uns alle. Wie soll ich leben? Wie werden unsere Kinder leben? Montaigne ist 1533 im Périgord geboren. Fast sein ganzes Leben hat er damit zugebracht, über sein richtiges Leben nachzudenken. Er lebte in einer Zeit des Umbruchs so wie wir. Er ist ein modernes Individuum, das sich frei erlebt. Nach einem Unfall gibt der 37jährige alle Ämter auf – er ist Richter – zieht sich in den Turm seines Schlosses zurück, bewirtschaftet sein Weingut und denkt mit dem Federkiel in der Hand über sich und die Welt nach. Er begründete damit eine Tradition der literarischen Selbstbeobachtung. Das was er schreibt, seine „Essais“, sind ein Handbuch der Lebenspraxis und große Literatur. Sarah Bakewell, eine englische Historikerin, führt uns in seine Gedankenwelt ein. Sie geht von der zentralen Frage Montaignes aus „Wie soll ich leben“, diese Frage stellt sie 20 Mal in 20 Kapiteln und beantwortet sie jeweils mit Montaignes Reflexionen. Der Charme dieser Darstellung besteht darin, dass sie Montaignes Lebenswelt mit seiner Gedankenwelt verbindet. Im ersten Kapitel, das natürlich überschrieben ist: „Wie soll ich leben?“, antwortet Montaigne auf diese Frage: „Habe keine Angst vor dem Tod“. Die Autorin erläutert das mit einem Ereignis aus seinem Leben. Nach einem Reitunfall ist er mehrere Tage bewusstlos und hat so etwas wie eine Nahtoderfahrung, die ihn zu dieser Erkenntnis kommen lässt. Ein weiteres Beispiel: Auf die Antwort „Wie soll ich leben“ sagt er im dritten Kapitel: Werde geboren! Und hier berichtet Sarah Bakewell aus seiner Kindheit und Jugend, wie ihn seine Eltern aufgezogen haben, abenteuerlich. Sarah Bakewell versteht es fabelhaft, Montaigne lebendig und anschaulich in seiner eigenen Zeit darzustellen und wir kommen diesem Mensch aus dem 16. Jahrhundert sehr nah, weil er nicht viel anders denkt als wir. (Barbara Ter-Nedden)

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