Barbara und Stefan Weidle stellen im Gespräch mit der Bonner Stadtschreiberin 2020 Ulla Lenze ihre jüngst erschienene Übersetzung von Devika Reges »Die rastlosen Jahre« im Culturbooks Verlag vor. Bei der Autorin Ulla Lenze gibt es Anknüpfungspunkte nach Indien, so verbrachte sie 2010 neun Monate als writer-in-residence in Mumbai und berichtet von ihrer Zeit dort; auch in ihrer Literatur spielt das Land immer wieder eine Rolle.
Bereits 2023 erschien Devika Reges Debütroman in indischem Englisch und wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Sie schreibt über drei junge Menschen, die sich mit einem politischen und gesellschaftlichen Umbruch in ihrem Heimatland Indien konfrontiert sehen. Was sie verbindet, sind Freundschaft, Loyalität und Begehren - und die Erfahrung, dass politische Überzeugungen immer stärker in ihr privates Leben eingreifen und vertraute Bindungen verändern.

Barbara und Stefan WeidleBarbara und Stefan Weidle gründeten 1994 den Weidle Verlag, der seit 2024 als Imprint des Wallstein Verlags fortgeführt wird. Ein wichtiges Anliegen des Verlags ist es weiterhin, die Geschichten von Krieg, Flucht und Migration in der Literatur abzubilden und Texte aus dem deutsch-jüdischen Exil einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Im Feld der internationalen Gegenwartsliteratur kümmert sich der Weidle Verlag vor allem um kleinere Sprachen. Stefan Weidle übersetzt seit etwa 1990 aus dem Englischen und Französischen. Als Verleger und Herausgeber hat er viele Werke der Exilliteratur begleitet. Barbara Weidle studierte Kunstgeschichte und Journalismus und ist als Lektorin im Weidle Verlag tätig.
Ulla LenzeUlla Lenze, 1973 in Mönchengladbach geboren, studierte Musik und Philosophie. 2003 erschien ihr Debütroman »Schwester und Bruder«. Seitdem hat sie weitere Romane, darunter »Der Empfänger« und »Das Wohlbefinden«, veröffentlicht. Lenze verbrachte 2004 einen Monat in Damaskus und 2010 neun Monate als writer-in-residence in Mumbai. Heute lebt sie als freie Schriftstellerin in Berlin.