Unter der Moderation von Manfred Osten lesen die Lyrikerin Silke Scheuermann und Georg-Büchner-Preisträger Jan Wagner aus ihren Gedichtsammlungen „Zweites Buch der Unruhe“ und „Steine & Erden“. Anlass bietet der Briefwechsel zwischen Peter Handke und Manfred Osten in den Jahren 1979 bis 2014, der in dem neuen Buch „Sterne glänzend im angebissenen Apfel“ dokumentiert ist.
Aus dem lehmigsten, kalkigsten Boden der Tatsachen fördert Jan Wagners Blick in „Steine & Erden“ das Erstaunliche zutage und verwandelt es in Gedichte, deren Leichtigkeit und Klangmagie immer wieder verblüffend sind. Den alltäglichsten Dinge verhilft er mit Fantasie und kulturgeschichtlichem Wissen so zu einer neuen Betrachtungsebene.
Silke Scheuermann, die Pionierin des deutschen Nature-Writing, sammelt in ihrem „Zweites Buch der Unruhe“ Gedichten über die Heilsgeschichte bis hin zu lyrischen Reflexionen über Künstliche Intelligenz. Ihr Band verhandelt unter anderem das Verhältnis von Mensch und Maschine und endet mit Versen an Roboter.

Silke ScheuermannSilke Scheuermann ist Schriftstellerin und lebt bei Frankfurt am Main. Für ihre Gedichte, Erzählungen und Romane erhielt sie zahlreiche Stipendien und Preise, unter anderem das Stipendium der Villa Massimo in Rom, den Bertolt-Brecht-Preis, den Robert Gernhardt-Preis sowie den Hölty-Preis für Lyrik. Im Wintersemester 2017⁄18 hatte sie die Dozentur der Frankfurter Poetikvorlesungen inne.
Jan WagnerJan Wagner erhielt für seine Gedichte, die in fünfzig Sprachen übersetzt worden sind, neben der nach Georg Büchner benannten bedeutendsten deutschsprachigen Literaturehrung unter anderem im Jahr 2015 auch den Preis der Leipziger Buchmesse. Er ist Mitglied mehrerer Akademien, so der Freien Akademie der Künste in Hamburg, und gehört dem PEN Berlin an.
Manfred OstenDr. Manfred Osten wurde 1938 in Ludwigslust/Mecklenburg geboren. 1952 flüchtete er in die Bundesrepublik und studierte von 1959-64 Rechtswissenschaften, Philosophie, Musikwissenschaften und Literatur in Hamburg und München. Im Jahr 1969 trat er in den Auswärtigen Dienst mit Station in Frankreich, Kamerun, Tschad, Ungarn, Australien und Japan ein. 1993 wurde er Leiter des Osteuropa-Referats im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung. Von 1995 bis 2004 Generalsekretär der Alexander von Humboldt-Stiftung.