Zusätzliche Information
| Titel | Gedichte fürs Gedächtnis |
|---|---|
| Autor | ausgewählt und kommentiert von Ulla Hahn |
| ISBN | 978-3-328-60031-2 |
| Bibliographische Angaben | Gebunden, 320 S., Penguin Verlag |
24.00 €
„Diese Lyrik-Anthologie, erstmals 1999 in der Deutschen Verlags-Anstalt erschienen, hat mittlerweile 23 Auflagen erlebt. Dabei sagt man immer, es sei eine schlechte Zeit für Lyrik. Nein, dieses Hausbuch erlebte in diesem Jahr bei uns eine Renaissance.
Es spiegelt Höhepunkte der deutschsprachigen Lyrik von Walther von der Vogelweide bis Paul Celan und Ingeborg Bachmann, die offensichtlich noch immer angesagt sind. Ulla Hahn hat rund 100 Gedichte ausgewählt, fast durchwegs Höhepunkte, Gedichte, die alles andere sind als eindeutig - vielmehr sind sie so angelegt und komponiert, dass sie erst bei der mehrfachen Lektüre ihr ganzes Potenzial entfalten. Rainer Maria Rilke schreibt dazu: „Wie vielen Lesenden fehlt noch die wirkliche Beziehung zum Gedicht, weil sie, im stillen Darüberhinlesen, seine besonderen Eigenschaften nur eben streifen, statt sie sich zu erwecken“. Ulla Hahn setzt dem Auswendig-Lernen ihr Begriffspaar „Inwendig-Lernen und Auswendig-Sagen“ entgegen; sie plädiert also dafür, sich ein Gedicht „zu eigen“ zu machen, das heißt, die Sinn- und Klangstrukturen gleichermaßen für sich zu entdecken.
Das Schöne an dieser Sammlung ist auch, dass man zu jedem Gedicht Anmerkungen lesen kann – keine Muster-Interpretationen – sondern nur biografische Daten, Entstehung und literarischer Kontext. Die Leser sollen sich einen eigenen Reim auf die Gedichte machen, was mich sehr entzückt. Natürlich darf man über die Auswahl der Texte streiten. Goethe, Hölderlin, Heine, Mörike, Benn und Brecht sind wohl am besten vertreten. Mit der Aufnahme von Gertrud Kolmar, Albrecht Haushofer und Dietrich Bonhoeffer, die man in einem solchen Lesebuch vielleicht nicht unbedingt erwartet, setzt die Herausgeberin wohlbedacht doch ein Zeichen, so wie sie auch einen großen Bogen spannt von Lessings Ringparabel bis zur Todesfuge von Paul Celan.
„Inwendig-Lernen und Auswendig-Sagen“. Die Methode führt mitten in das Gedicht hinein und zeigt zugleich, was alles im Akt der Lektüre passieren kann. Diese Art der Rezeption liegt nicht gerade im Trend, aber sie eröffnet einen Zugang zu Gedichten, der andere und tiefere Dimensionen des Textes im Akt der Lektüre freilegt. Dieses Hausbuch sperrt sich gegen das alte Darüberhinlesen oder das neuere Darüberhinwischen - ein Geschenk also für die Zeit ohne Handy und Laptop. Es sollte in keinem Haushalt fehlen.“
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| Titel | Gedichte fürs Gedächtnis |
|---|---|
| Autor | ausgewählt und kommentiert von Ulla Hahn |
| ISBN | 978-3-328-60031-2 |
| Bibliographische Angaben | Gebunden, 320 S., Penguin Verlag |