Der Romanist und Germanist Uwe Neumahr erzählt eine Geschichte aus der Vergangenheit zweier Buchhandlungen in Paris: »Die Buchhandlung der Exilanten« handelt von den beiden Buchhändlerinnen Adrienne Monnier und Sylvia Beach. »Shakespeare and Company« und »Das Haus der Bücher« wurden im Paris der 1920er-Jahre zu Treffpunkten der literarischen Elite. James Joyce, Ernest Hemingway, Simone de Beauvoir, Walter Benjamin, Gisèle Freund, Jean-Paul Satre - sie alle und viele mehr waren regelmäßige Besucher in der Rue de l’Odéon Nr. 12.
Mit dem deutschen Einmarsch 1940 prallten Humanität und nackte Gewalt jedoch aufeinander. Monnier und Beach bemühten sich so viele ihrer Freunde und Bekannten wie möglich vor den Nationalsozialisten, die Paris besetzten, zu schützen. Dabei gerieten die beiden Frauen selber ins Fandenkreuz. Auf der Grundlage von Archivstudien schildert Uwe Neumahr erstmals dieses dramatische Kapitel aus dem besetzten Paris.
Der Abend wird musikalisch von Ievgeniia Iermachkova am Buchhandlungs-Flügel begleitet.

Uwe NeumahrUwe Neumahr, geboren 1972 in Winnenden, promovierte über die italienische Renaissance und war Mitarbeiter an der Forschungsstelle zur spanischen Renaissance der Universität Kiel. Heute arbeitet er für eine internationale Literaturagentur und als freier Autor. Neumahr ist mit Sachbüchern u. a. zur italienischen Renaissance und zum spanischen Goldenen Zeitalter hervorgetreten. Sein Buch »Das Schloss der Schriftsteller« wurde vielfach rezensiert und in sechs Sprachen übersetzt.