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Der goldene Topf von E.T.A. Hoffmann

16.00 

»1813 dirigiert E.T.A. Hoffmann in Dresden und Leipzig die »Zauberflöte«. Er komponiert seine eigene Zauber-Oper »Undine«, und es reift in ihm die literarische Idee vom „Goldnen Topf“, seinem erfolgreichsten Text. Es ist ein filmreifes Szenario mit realen Orts- und Zeitangaben, ungewöhnlich für ein Märchen. E.T.A. Hoffmann nennt es im Untertitel »Ein Märchen aus der neuen Zeit«. Weil viel Realismus darin steckt, wird es auch als »Wirklichkeitsmärchen“ bezeichnet.

 

Mit seinen Themen liegt E.T.A. Hoffmann im romantischen Trend: Traum und Rausch, Fantasie und Pathologie, die Nacht- und Schattenseiten der Psyche, Irrationales, das interessiert viele Romantiker. E.T.A. Hoffmann nimmt die Komplexität der sinnlichen Wahrnehmungen und inneren Vorstellungen ins Visier, Phänomene, die nicht eindeutig sind und täuschen können. Sie bewirken seelische Prozesse und bestimmen unsere Gefühlswelten, Angst, Freude und Leid. Im »Der goldene Topf« will er besonders das Reale des Alltags und das Mystische verknüpfen und sich durchdringen lassen. Um das herauszustreichen, führt Hoffmann einen Erzähler ein, den Text teilt er in zwölf Vigilien, also Nachtwachen auf.

 

Der Plot ist einfach: Der Student Anselmus erblickt nach einer unglücklichen Begegnung mit einer alten Marktfrau in einem Busch am Elbufer von Dresden drei Schlangen. Prompt verliebt er sich in die Schlange mit den blauen Augen, die sein Schicksal von Grunde auf verändert. So beginnt für ihn und dem Leser die Reise zwischen der realen und einer magischen Welt. Am Schluss verliert Anselmus die Bodenhaftung und landet im Extrem der bloßen Imagination. Und das liegt an einem seiner Wesenszüge, der den Höhenflug, den unmittelbaren Zugang zu den Zauberreichen erst möglich macht. Am Ende löst sich alles wie in einer persönlichen Himmelfahrt auf: Er entschwindet mit seiner Geliebten nach Atlantis, der märchenhaften Utopie ewiger Seligkeit und All-einheit.

 

Wie ist das zu verstehen? Wird er nun ganz verrückt? Viele Literaturwissenschaftler sehen Anselmus im Wahnsinn untergehen. Ja, man könnte salopp sagen, er sei durchgeknallt. Sein kindliches poetisches Gemüt hat ihn zwar Tiefes und Schönes schauen, aber auch in den totalen Realitätsverlust gleiten lassen. Hoffmann selbst bezeichnet den Goldenen Topf als eine seiner gelungensten Erzählungen, und zwar eine, so schreibt er in einem Brief mit durchgehaltener Ironie. Diese zeigt er nochmals virtuos am Schluss, als er in der 12. Vigilie verschiedene Welten zusammenführt. Und der Erzähler trifft am Ende sogar auf seine Figuren und beschreibt den Prozess als einen Ausflug von seinem Dachstübchen in die Welt der Fantasie. Er switcht sozusagen zwischen Realität und Traumwelt und betreibt augenzwinkernd seine Vexierspiele mit uns. Für ihn gibt es kein Entweder-oder, sondern ihn (Erzähler und Autor) macht das Hin-und Her selig und mich auch.«

 

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Kategorie: Schlagwort:

Barbara Ter-Nedden

Barbara Ter-Nedden hat ihre Liebe zu den Büchern schon frühzeitig entdeckt. Während ihres Germanistik- und Romanistikstudiums wurde diese Vorliebe zur Leidenschaft.

Zusätzliche Information

Titel

Der goldene Topf

Autor

E.T.A. Hoffmann

ISBN

978-3-406-77713-4

Bibliographische Angaben

Hardcover, 128 S., C.H. Beck Verlag

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