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Lob der Aphrodite von Marina Zwetajewa

24.00 

»Das für Russland so ereignisreiche 20. Jahrhundert begann mit einer derartig vielseitigen Dichte an literarischer Qualität und Innovationskraft, dass diese ersten zwei bis drei Jahrzehnte als eigene literarische Epoche in die Literaturgeschichte eingingen: das Silberne Zeitalter (in Anlehnung an das Goldene Zeitalter um Puschkin und Lermontov). Die Liste der illustren Namen ist eindrucksvoll. Den Namen einer Frau greife ich heraus: Marina Zwetajewa, die große Liebende der russischen Literatur. Meine erste Begegnung mit ihr ist gar nicht so lange her. Neben Anna Achmatowa ist sie die bedeutendste Liebesdichterin der Weltliteratur, eine Liebende voller Maßlosigkeit. Ich habe Gedichte von ihr gelesen und empfinde sie wie Peitschenhiebe, emotionale Attacken, die mitten ins Herz treffen.

 

Eine große und herausfordernde Liebeslyrikerin. Dominanz des Gefühls, des Dunklen und des Schicksalhaften so könnte man die Prinzipien Marina Zwetajewas bezeichnen. Ihre Gedichte bestehen aus klanglichen und sinnlichen Versatzstücken, auch Eigenheiten und Wortfindungen sind ihre Spezialität. Da sie als Dichterin ihre unmittelbaren Erfahrungen in Gedichten verarbeitete, viele enge Freundschaften und viele innige Liebesaffären mit Frauen und Männern einging und dazu noch in sehr chaotischen Zeiten lebte, ist ihre Lyrik gleichsam eine Chronik ihres eigenen Lebens und des Weltgeschehens.

 

Woher nur solche Zärtlichkeit?
Die ersten sind’s nicht, die Locken
Die ich dir streichle auch Lippen
Hab ich schon dunklere gekannt.

Gehen auf und verlöschen Sterne,
Woher nur solche Zärtlichkeit?
Gehen auf und verlöschen Augen
Ganz nah mir an den meinen.

Hab so viele andere Hymnen schon
gehört in den dunklen Nächsten,
Getraut – vor Zärtlichkeit! –
An ihn, an den Sänger geschmiegt.

Woher nur solche Zärtlichkeit?
Und was mit ihr tun, du Junge
Und Schelm, hergereister Sänger
Mit Wimpern die’s länger nicht gibt.
– 18. Februar 1916 an Ossip Mandelstamm

 

Dies zeigt auch der Gedichtband Lob der Aphrodite, Gedicht von Liebe und Leidenschaft, herausgegeben und übertragen von Ralph Dutli, der ihre Gedichte nach Lebensphasen oder Liebhabern und Liebhaberinnen ordnet. Die ersten Gedichte stammen aus dem Jahr 1914, die letzten aus 1941. In diese Zeit fallen der Erste Weltkrieg, das Ende des Zarentums, der darauffolgende russische Bürgerkrieg und schließlich das faschistische Zeitalter, die sowjetischen Säuberungen, der Zweite Weltkrieg. Im allerletzten Gedicht dieser wunderbaren Sammlung, das zugleich eines der letzten Gedichte überhaupt von ihr ist, entfaltet sich ein Wettstreit, wer älter sei, die Liebe oder der Schmerz. Lesen Sie selbst, wer gewinnt:
Doch in der Brust steckt mir und frisst / Der Schmerz, der älter als die Liebe ist.«

 

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Kategorie: Schlagwort:

Barbara Ter-Nedden

Barbara Ter-Nedden hat ihre Liebe zu den Büchern schon frühzeitig entdeckt. Während ihres Germanistik- und Romanistikstudiums wurde diese Vorliebe zur Leidenschaft.

Zusätzliche Information

Titel

Lob der Aphrodite

Autor

Marina Zwetajewa

ISBN

978-3-8353-3943-9

Bibliographische Angaben

Hardcover, 232 S., Wallstein Verlag

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