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Das Kunstwerk von John Berger

16.00 

»Da ich nun so lange auf einen Besuch im Museum verzichtet habe, denke ich an einen Künstler, Schriftsteller, Essayisten und Lyriker, dem ich viel zu verdanken habe, was meinen Umgang mit Kunst und dem Betrachten von Bildern anbelangt. Ich spreche von John Berger und seine großartigen Essays, von denen mehrere als schöne rote Leinenbändchen im Wagenbach Verlag erschienen sind. „Das Kunstwerk. Über das Lesen von Bildern“ hat mich besonders bewegt. Man könnte diese Essays des bedeutendsten Kunstkritikers überhaupt auch als Kurse über das Sehen selbst, das Ansehen von Bildern, bezeichnen. Der einsame Betrachter im Museum sieht mit den Augen des Malers. John Bergers Überlegungen sind Zwiegespräche mit Bildern, an die er uns teilhaben lässt. An fünf bedeutenden Malern und ihren Bildern zeigt er, wie Kunstwerke in ihrem Kontext gelesen werden können oder müssen: Gemälde von Dürer, Hals Goya, Monet und Modigliani.

Wer ein Porträt male, sagt Berger, fordere die Sterblichkeit heraus. Der Mensch, den das Bild zeigt, ist in nur einen Augenblick seines Lebens festgehalten, und dieser Moment ist flüchtig. Er vergeht in unendlich vielen, gleichermaßen dahinfliegenden Augenblicken, an deren Ende der Tod steht. „Dürer war der erste Maler, der besessen von seinem eigenen Bild war. Keiner vor ihm hat so viele Selbstporträts gemalt wie er. […] Eines der Dinge, die es aufregend machten, war vermutlich, dass er sich seines Genies bewusst war. Es ist, als ob eines der Elemente des Meisterwerks, das er jedes Mal schaffen wird, der Blick des Genies ist, den er in seinen Augen entdeckt […].“
Wer ein Historienbild male, sagt John Berger, fordere die Geschichte heraus. Sein Gegenüber ist das Vergessen, dem man, weil man es mit großen Mächten, politischen Interessen und also mit Fiktionen zu tun hat, vermutlich mit den Mitteln der Kritik beikommen muss. „Sichtbar sein heißt, anwesend sein: Wer abwesend ist, ist unsichtbar […]. Die Funktion der Malerei ist es, eine Abwesenheit mit dem Schein der Anwesenheit zu füllen […]. Von den paläolithischen Höhlenzeichnungen bis heute war es die Hauptaufgabe der Malerei, etwas, das nicht gegenwärtig ist, sichtbar zu machen.“

John Berger, 1926 in London geboren, gestorben 2017 in der Nähe von Paris, war ein Mann von vielen Fertigkeiten: Maler und Romancier, Lehrer und Journalist, Abenteurer, Motorradfahrer, Kunsthistoriker. Vor allem aber war er, wie Sie in diesem Buch nachlesen könne, ein Materialist, der dem modernen Kunstmarkt vorwarf, eine „unechte Religiosität“ zu erzeugen. Lesen Sie diese unvergesslichen Texte, die auch noch heute den richtigen Weg zur Kunst weisen. Wer John Berger in den letzten Lebensjahren erleben möchte, der sehe diesen Film an, aufgenommen im Garten seiner Pariser Wohnung. Er spricht mit seiner Tochter, der Filmkritikerin Katya Berger, über Motorräder und Rembrandt, Caravaggio und Rebellion. Seinem deutschen Übersetzer Hans Jürgen Balmes erläutert er gelassen seine Vision der Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit. Von seinem Sohn Yves Berger, einem Maler, erfährt der Zuschauer, warum sein Vater seine Karriere als Fernsehstar bei der BBC in den 60er-Jahren aufgegeben und über Jahrzehnte in einem 80-Seelen-Dorf in den französischen Alpen gelebt hat.«

 

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Kategorie: Schlagwort:

Barbara Ter-Nedden

Barbara Ter-Nedden hat ihre Liebe zu den Büchern schon frühzeitig entdeckt. Während ihres Germanistik- und Romanistikstudiums wurde diese Vorliebe zur Leidenschaft.

Zusätzliche Information

Titel

Das Kunstwerk. Über das Lesen von Bildern.

Autor

John Berger

ISBN

9783803111289

Bibliographische Angaben

Hardcover, 96 S., Wagenbach Verlag

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