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Der weiße Abgrund von Henning Boëtius

18.00 

»Die heutige Buchinspiration blickt ebenfalls auf das Leben eines besonderen Menschen zurück: Romanbiographien sind recht populär geworden. Autoren wie Karl-Heinz Ott über Hölderlin und Rousseau oder Peter Schneider mit seinem kürzlich erschienenen wunderbaren Roman „Vivaldi und seine Töchter“ nutzen diese Art der literaturhistorischen Darstellung von bekannten Persönlichkeiten. Der 81-jährige Schriftsteller und ausgewiesene Fachmann für die Literatur des 19. Jahrhunderts Henning Boëtius hat soeben ein Buch über die letzte Lebensphase Heinrich Heines in Paris veröffentlicht. Und nicht nur das Lesepublikum für historische Romane dürfte sich dafür interessieren, sondern auch Literaturinteressierte werden ihre Freude haben. Sprachlich versiert und lebendig schildert der Autor die letzten Wochen des Dichters Heinrich Heine (1797-1856), der mit beißender Ironie und Sarkasmus auf seine Leiden reagierte. Seinem eigenen Sterben entgegnet er mit Spott über die Welt und über seine Künstlerkollegen. Besonders amüsant schildert er ein Essen bei seinem Hausarzt David Gruby, an dem so illustre Gäste wie Gustave Flaubert, der zu jener Zeit an einem Buch über die menschliche Dummheit arbeitete, Alfred de Musset, Gustave Courbet, Gérard de Nerval und viele andere mehr teilnehmen lässt. Eine schöne Szene aus der Pariser Bohème. Während dieser Dinner Party spricht man über die Memoiren, die Heine gerade schreibt – ein wichtiges Thema des Romans.

Auch Mathilde, die Schuhverkäuferin und Ehefrau Heinrich Heines schildert der Autor lebendig und mit großer Ironie, denn während Heine ans Bett gefesselt ist und unter Anfällen leidet, geht sie gern mit Freundinnen in diverse Restaurants und Bars aus. „Er hat viel Besuch in diesen Tagen. So etwas wie ein Leichenzug, der hinter einem Sarg herläuft. Dabei ist er noch gar nicht tot, aber er scheint für viele so etwas wie ein interessanter lebender Leichnam zu sein. […] Er ist ein sterbender König, mit seinem winzigen Dreizimmer-Versailles, seinem kleinen Hofstaat, seinen Schranzen, seinen Günstlingen, seiner Mätresse.“ Heine fürchtet den Tod nicht, nicht den „weißen Abgrund“, sondern er sehnt sich nach Erlösung. Ein interessanter Roman und schillernde Biographie, die Lust macht anschließend Heine im Original zu lesen.«

 

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Barbara Ter-Nedden

Barbara Ter-Nedden hat ihre Liebe zu den Büchern schon frühzeitig entdeckt. Während ihres Germanistik- und Romanistikstudiums wurde diese Vorliebe zur Leidenschaft.

Zusätzliche Information

Titel

Der weiße Abgrund. Ein Heinrich-Heine-Roman.

Autor

Henning Boëtius

ISBN

978-3-442-75076-4

Bibliographische Angaben

Hardcover mit Schutzumschlag, 192 S., btb Verlag

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