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Der gefrorene Himmel von Richard Wagamese

22.00 

»Richard Wagamense wurde 1955 in der kanadischen Provinz Ontario geboren. Er gehört zu den bedeutendsten Schriftstellern Kanadas, ein Indigener aus dem Volk der Ojibwe. „Indian Horse“, so der englische Originaltitel, wurde 2013 mit einem der wichtigsten Preise für indigene Literatur in Kanada ausgezeichnet und 2017 von Clint Eastwood verfilmt. Durch die rapide Erschließung des jungen Kanadas ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die indigenen Gruppen aufs Grausamste alphabetisiert. In den Residential Schools, die meist in Händen der katholischen Kirche, aber auch mancher protestantischer Träger lagen, wurden indigene Kinder entwurzelt und rücksichtslos assimiliert: Trennung von den Eltern, Verbot der Muttersprache, gewollter Kulturverlust, „Zivilisierung“ durch Züchtigung. Dazu kamen physische und sexuelle Übergriffe. Erst 1996 wurde der Letzte dieser Horrororte geschlossen.

 

Kein Wunder, dass Erzählungen über die Folgen dieser jahrzehntelang staatlich betriebenen Entfremdung die indigene kanadische Literatur prägen. Richard Wagamese hat den Zerfall seiner Stammesgemeinschaft als Kind am eigenen Leibe erlebt. Im Zuge der Wiedereroberung seines kulturellen Erbes begann er Romane zu schreiben, die das Schicksal der First Nations zum Thema haben. „Der gefrorene Himmel“ beginnt mit der verzweifelten Flucht des kleinen Jungen Saul zusammen mit seiner Großmutter vor dem Zugriff der Weißen. Die alte Frau versucht, sich und den Knaben durch die Wildnis zu bringen mit allen Überlebenstechniken der Indigenen. Doch es misslingt. An der Schule, wo gehasst und gequält wird, zieht sich Saul in sich selbst zurück, liest, macht sich unsichtbar, bis schließlich Pater Leboutilier erscheint und das Hockeytalent des Jungen entdeckt. Diese außergewöhnlich ergreifenden Szenen, wie das Kind im Hockeyspiel die reale Wirklichkeit vergisst und Natur und Bewegung die Oberhand gewinnen, gehört zu den ergreifendsten Szenen, die ich seit Langem gelesen habe. Aber Sauls Einsamkeit, seine immense Wut, die über ihn kommt und die ständigen rassistischen Provokationen der Eishockeyfans und gegnerischen Mannschaften vergällen ihm sogar den gefrorenen Himmel. Er wird zu einem Menschen, die um sich schlägt. So hinreißend leichtfüßig Richard Wagamese das Glück des Hockeyspiels beschreibt, so klar und deutlich schildert er Sauls Absturz in den Alkoholismus. Erst als Saul seinem Leid einen Namen gibt und zurückkehrt an den Ort des Schreckens, klärt sich sein Bewusstsein. Er erinnert sich nun am Rande der einstigen Eisfläche vor der Ruine der Schule, dass auch Pater Leboutilier nicht sein Beschützer war.

 

Richard Wagameses Buch fesselt, ist unwiderstehlich durch seine Beschreibungsgenauigkeit. Die Waldlandschaften und Wettererfahrungen, die wir geradezu spüren und die Intensität der Geräusche und Lichtspiegelungen auf dem Eis beim Hockeyspiel sind unglaublich und atemberaubend. Ein Roman, der ablenkt und selbst den größten Stress vergessen lässt. Lesen Sie!«

 

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Kategorie: Schlagwort:

Barbara Ter-Nedden

Barbara Ter-Nedden hat ihre Liebe zu den Büchern schon frühzeitig entdeckt. Während ihres Germanistik- und Romanistikstudiums wurde diese Vorliebe zur Leidenschaft.

Zusätzliche Information

Titel

Der gefrorene Himmel

Autor

Richard Wagamese

ISBN

978-3-89667-667-2

Bibliographische Angaben

Hardcover, 256 S., Blessing Verlag

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