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Monschau von Steffen Kopetzky

22.00 

»Steffen Kopetzky war für mich noch ein ziemlich „unbeschriebenes Blatt“. Erst sein Roman „Monschau“, der eine reale Pocken-Epidemie in der Nordeifel im Jahr 1962, eine Liebesgeschichte und die Nachwehen der NS-Zeit in der Bundesrepublik miteinander verknüpfen, machte mich auf ihn aufmerksam. Viel Material verarbeitet der Autor: von der Bekämpfung der Pocken über die letzte Abwehrschlacht gegen die westlichen Alliierten im Hürtigenwald bis zur Darstellung eines großen Eifler Unternehmens. Ich war beeindruckt und im Frühjahr fragte ich den Autor an. Und tatsächlich erhielt ich eine Zusage und noch einen der raren Termine im Herbst. So darf ich Sie herzlich für den 20. September um 19.30 Uhr in die Redoute zu einer Lesung aus „Monschau“ einladen.

 

Weiteres zu der Lesung finden Sie hier:

Steffen Kopetzky liest aus »Monschau«

 

Die hohe Kunst der Kolportage: Steffen Kopetzky macht aus den Stoffen eine Kolportagegeschichte. Halt, halt, ich betone augenblicklich, dass Kolportage nicht trivial oder verwerflich sein muss, sondern wie in diesem Fall zu einem wunderbar spannenden Roman führt. Der wirkliche Held heißt Nikos Spyridakis, er kommt aus Griechenland, studiert in Deutschland Medizin. Er ist der einzige Mediziner, der sich in die erkrankten Familien traut. Als Schutzkleidung dient der schwere Anzug der Schmelzofenfabrik, wie eine Rüstung trägt er ihn, die Anzüge wurden damals gerade entwickelt. Er wohnt in einer Personalwohnung im Herrensitz der Schmelzofenfabrik, im Buch heißt die Fabrikanten-Familie Rither. Die Tochter und Haupterbin Vera ist gerade aus Paris zurückgekehrt und die beiden begegnen sich – so die Kurzfassung der Geschichte.

 

Wie kommt er auf diese Geschichten? Kopetzky, so lese ich, sei während einer Lesereise in Monschau auf das Thema gestoßen, als die Witwe des Arztes Günter Stüttgen berichtete, ihr Mann habe eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung der Pocken gespielt. Daraufhin habe er sich an die Recherche gemacht. Der Autor entdeckte viele Parallelen: Die Pocken sollen damals genauso wie 2020 Corona nach Europa gekommen sein, über einen Mitarbeiter eines mittelständischen Unternehmens:

 

„Ein Monteur von dieser Firma war ein halbes Jahr in Indien und kam kurz vor Weihnachten mit der Lufthansa zurück.“ […] „Es ist das eine, was wir im Augenblick wissen, und was wir noch nicht so genau wissen. Aber es gibt noch eine dritte, dunkle Kategorie: Dinge und Befunde, die plötzlich auftauchen und über uns hereinbrechen. Von denen wir nicht einmal ahnen, dass wir von ihnen wissen müssten.“

 

Steffen Kopetzky legt diese bedrohlich klingenden Worte dem Dermatologen Günter Stüttgen in den Mund. Stüttgen, eine reale Figur, wie wir gehört haben, leitete im Jahr 1962 den Krisenstab gegen die Pockenepidemie in Monschau. Auch ohne plakative Hinweise auf die Corona-Pandemie lassen sich die heutigen Strategien der Bekämpfung eines gefährlichen Virus und die Reaktionsmuster der Bevölkerung im Monschauer Geschehen von 1962 wie in einem Brennglas studieren. Panik, Unwillen, Verleugnung, Verschwörungstheorien auf der einen Seite, Tests, Quarantänemaßnahmen und Impfungen auf der anderen Seite: Im kleinen Eifelstädtchen Monschau ist schon alles da, was heute im großen Corona-Schutzmaßstab in ganz Deutschland geschieht. Auch sind in „Monschau“ die Bezüge zum Weltkrieg und der frühen Bundesrepublik nicht weniger wichtig als die Pockengeschichte. Die besondere Kunstfertigkeit besteht darin, alles wie selbstverständlich zu verknüpfen. Überdies erzeugt Kopetzky durch geschickte Handlungsführung, überraschende Wendungen und erzeugt starke Gefühle ohne Angst vor Kitsch.

 

Ich finde Steffen Kopetzky ist ein schöner Unterhaltungsroman voller Lebensfreude und Warmherzigkeit, mit vielen erzählerischen Einfällen und Empathie für die Figuren gelungen. Dass er keine Angst vor Kolportage hat und mit Lust einen Roman schreibt, der ein gutes Ende hat, kann man ihm nicht vorwerfen. Außerdem ist er ein sympathischer und eloquenter Autor. Ich freue mich auf die Lesung und kann Sie nur ermuntern jetzt Karten für 15 Euro in unserer Buchhandlung zu besorgen (3-G-Regel).«

 

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Kategorie: Schlagwort:

Barbara Ter-Nedden

Barbara Ter-Nedden hat ihre Liebe zu den Büchern schon frühzeitig entdeckt. Während ihres Germanistik- und Romanistikstudiums wurde diese Vorliebe zur Leidenschaft.

Zusätzliche Information

Titel

Monschau

Autor

Steffen Kopetzky

ISBN

978-3-7371-0112-7

Bibliographische Angaben

Hardcover, 352 S., Rowohlt Verlag

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