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Hunkeler in der Wildnis von Hansjörg Schneider

22.00 

»Mein erster Kontakt mit dem eigenbrötlerischen Kommissar, dem Misanthropen Hunkeler hatte ich, als er bereits von seinem Erfinder – Hansjörg Schneider – in den Ruhestand geschickt wurde. Aber wie sich zeigen wird, macht es nichts, dass ich erst in den 10. Fall einsteige. Hunkeler, so erfahre ich, trinkt morgens vor dem Kiosk von Erkan Kaya einen Kaffee und liest seine Zeitung. Bis eines Tages eine aufgeregte, alte Frau aus dem Park gelaufen kommt, auf türkisch schreiend. Kaya übersetzt, Hunkeler schaut nach, ob die Frau tatsächlich einen Toten gefunden hat. Während der Kiosk-Besitzer die Polizei ruft, macht der Altkommissar sich davon. Mit so etwas will er nichts mehr zu tun haben. Hunkeler kennt den Toten, er ist ein bekannter Zeitungskritiker. Und so flieht er über die Grenze in sein elsässiches Bauernhaus.

Dem Autor, der eine gebildete und lebenskluge Hauptfigur beschreibt, geht es weniger um den Kriminalfall als um Lebensphilosophie in schweizerischer Gelassenheit und leiser Melancholie. Er ist einer der sympathischeren Ermittler in der europäischen Krimilandschaft. Der Widerborst mit 68er-Sozialisation hat es zwar zu einer stattlichen Pension und einem schönem Häuschen im Elsass gebracht, aber er befindet sich dennoch nicht im Ruhestand. Stattdessen hadert er mit sich und der Welt, träumt schlecht, trinkt eine Idee zu viel und zieht seine Zufriedenheit höchstens aus den kleinen Dingen des Lebens. Der Fal des toten Kritikers ist bald nur ein Nebenbei.

Schneiders Figuren leben in der Stadt am Rhein. Die einen saufen zu viel, die anderen flüchten sich in fremde Welten. Da ist vom Sufismus die Rede und von den Obertongesängen der Mongolen. Da überreicht eine Elsässer Wirtin Hunkeler einen Brief aus dem Jahr 1944, der Verfasser ein junger Mann, 1943 von den Nazis zwangsrekrutiert und an die Ostfront verschickt. Im eigenen Speicher findet er schließlich in einer Kiste eine SS-Uniform.

Dazu kommt ein Ensemble, das recht eigenwillig anmutet: eine ehemalige Journalistin, Spezialgebiet Amazonas, die stets eine Häuptlingsfeder im Haar trägt. Eine Bauerntochter aus dem Emmental, zur Stromerin geworden, immer barfuß. Jemand marschiert mit der Flöte durch die Nacht, eine dünne Gestalt mit schwarzem Zylinder, der fast so schöne Töne spielt, wie die Singvögel in Hunkelers Garten. Schließlich läuft ihm auch noch ein Hund zu, der aus dem Maul stinkt. Hunkeler ist angenehm aufbrausend. Als Leserin bin ich mit ihm zur Ruhe gekommen und werde gut unterhalten.«

Kategorie: Schlagwort:

Barbara Ter-Nedden

Barbara Ter-Nedden hat ihre Liebe zu den Büchern schon frühzeitig entdeckt. Während ihres Germanistik- und Romanistikstudiums wurde diese Vorliebe zur Leidenschaft.

Zusätzliche Information

Titel

Hunkeler in der Wildnis. Der zehnte Fall.

Autor

Hansjörg Schneider

ISBN

978-3-257-07097-2

Bibliographische Angaben

Hardcover, 224 S., Diogenes Verlag

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